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Joe Bradford: Eine Frage nach Gottes Einheit und eine lange Suche

Ein geschlossener Koran auf einem Teppich im warmen Licht
Malik Shibly / Unsplash — source · license.

Joe Bradford wuchs in einer katholischen Familie in den Vereinigten Staaten auf und wurde mit elf Jahren getauft. Die Zeremonie beendete jedoch nicht die Fragen, die sich in ihm über Gott und die Stellung Jesu bildeten. In dem Interview über seinen Weg erinnerte er an eine einfache Frage aus seiner Jugend: Wie sollte er Jesus zugleich als Gott und als Sohn Gottes verstehen? Die Frage wurde nicht zum Streit mit seiner Familie, sondern zum Beginn einer Suche.

Mit etwa vierzehn Jahren weckte ein Zeitschriftenbeitrag sein Interesse daran, Religionen zu vergleichen. Rund ein Jahr lang las und fragte er, dann besuchte er das Islamic Center of Northeast Florida. Dort begegnete ihm keine Geringschätzung Jesu; vielmehr hörte er, wie Jesus als großer Gesandter geehrt wurde. Die islamische Darstellung des einen Gottes und ihre Aufforderung zum Nachdenken gaben ihm eine Sprache, die dem Gesuchten näherkam.

Bradford datiert die Entscheidung eindeutig auf 1991. Er war ungefähr fünfzehn, als er in Jacksonville, Florida, den Islam annahm. Die geprüften Quellen nennen weder einen genauen Tag noch eine vollständige Szene des Glaubensbekenntnisses. Deshalb bleibt die Erzählung beim Belegbaren: Religionsvergleich, der Besuch eines islamischen Zentrums und eine Entscheidung, nachdem er in der islamischen Sicht auf Gott und die Propheten eine Antwort auf seine alte Frage gefunden hatte.

Der Weg endete nicht mit dieser Entscheidung. Er lernte in den Vereinigten Staaten Arabisch, ging 1999 nach Medina und setzte sein formales Islamstudium fort. Später arbeitete er im islamischen Recht und Finanzwesen. Diese späteren Etappen machen aus der Entscheidung eines Jugendlichen keine Legende; sie zeigen nur, dass aus der ersten Frage eine langfristige Verantwortung für Lernen und Arbeit wurde.

In einem von ihm 2026 verfassten Artikel erinnerte Bradford erneut daran, 1991 die Schahada gesprochen zu haben. Neuen Muslimen gab er praktische Hinweise: die Grundlagen von Glauben und Gottesdienst lernen, die religiöse Selbstbestimmung nicht an andere abgeben, die Familie nicht zum Feind machen und die Privatsphäre des Lebens vor dem Islam schützen. Der Rat ergänzt die frühere Szene nicht um erfundene Gespräche. Er zeigt, was Bradford Jahrzehnte später aus seiner Erfahrung weitergeben wollte: einen Glauben, der Tag für Tag gelernt wird, begleitet von Menschen, die unterstützen, ohne sich eine fremde Geschichte anzueignen.

Bradfords Weg entscheidet nicht jede Frage der vergleichenden Theologie und wird nicht als fachliche Antwort veröffentlicht. Er zeigt aber, was eine aufrichtige Frage bewirken kann, wenn Lesen und direkte Begegnung hinzukommen: Ein übernommenes Bild wurde geprüft, und die Frage blieb offen, bis der Fragende ein Verständnis fand, nach dem er leben konnte.

Quellen

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