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Amber Leibrock: Als eine Niederlage nicht mehr das Ende der Geschichte war

Ein geschlossener Koran auf einem Teppich im warmen Licht
Malik Shibly / Unsplash — source · license.

Amber Leibrocks Weg begann weder mit einem sportlichen Sieg noch mit Vorkenntnissen über den Islam. In einem langen Gespräch, das MCC East Bay veröffentlichte, sagte sie, sie sei ohne klare religiöse Prägung aufgewachsen, habe als Kind ihren Vater verloren und sei weitgehend von ihrer Großmutter großgezogen worden. Instabilität führte in schwierige Jahre mit Straßenmilieu und Abhängigkeit. Kampfsport war damals nicht bloß ein Beruf; er wurde zur Disziplin, durch die sie Drogen und Alkohol hinter sich ließ und ein geordneteres Leben aufbaute.

Sportlicher Erfolg beantwortete jedoch nicht die Frage nach Sinn. In der Saison 2023 der Professional Fighters League errang sie zunächst einen auffälligen Sieg und verlor dann am 16. Juni binnen 45 Sekunden gegen Larissa Pacheco. Später beschrieb sie einen tiefen emotionalen Einbruch nach dieser Niederlage, obwohl die berufliche Chance groß war. Sie stellte die Niederlage nicht als alleinige Ursache ihrer Konversion dar. Vielmehr habe der Kampf offengelegt, was Erfolg allein nicht geheilt hatte.

Ihr Trainer und Mentor Mujeeb „MJ“ Hamid lud sie wiederholt ein, den Islam kennenzulernen und eine Moschee zu besuchen. In jener schwierigen Phase sprach er mit ihr darüber, Gott am Ende der Nacht anzurufen. Leibrock sagte, sie habe nicht gewusst, wie man betet, sei aber mehrere Tage hintereinander ohne Wecker vor der Morgendämmerung aufgewacht. Sie verstand dies als persönliche Erfahrung, die sie bewegte, die Einladung zum Zentrum anzunehmen. Es bleibt Teil ihres Zeugnisses, kein allgemeiner Beweis und keine Szene, die redaktionell ausgeschmückt werden darf.

Der Eintrag von MCC East Bay datiert ihre Shahada im Zentrum von Pleasanton auf den 21. Juli 2023. Dieser Text rekonstruiert weder die Worte im Raum noch die Anordnung der Anwesenden; von der ursprünglichen Shahada-Aufnahme liegt kein vollständiges Texttranskript vor. Der institutionelle Nachweis und ihr späteres Zeugnis belegen jedoch Datum, Ort und einen Weg aus Begleitung, Einführung, Gebet und Suche – nicht das Ergebnis eines einzelnen Kampfes.

Später sprach sie offen über eine weitere Schwierigkeit: alles auf einmal lernen zu wollen. Sie nahm so viel Wissen auf, dass sie schließlich meinte, nichts richtig zu machen. Dann kehrte sie zu einem häufigen Rat zurück: mit dem Gebet beginnen, schrittweise lernen und einen Fehler nicht zum Grund machen, den Weg zu verlassen. Im Gespräch vom Februar 2024 sagte sie, sie habe das Gebet Schritt für Schritt gelernt, Bittgebete auswendig gelernt und sich auf ihren ersten Ramadan vorbereitet. Das sind datierte Aussagen, kein Urteil über jede spätere Phase ihres Lebens.

Der Islam veränderte auch die Rolle des Kampfsports in ihrem Selbstbild. Nach einer weiteren Niederlage sagte sie, Glaube garantiere keinen Sieg; eine Prüfung könne gerade dann kommen, wenn erwartetes Geld oder ein Titel verschwinden. Kampfsport war nicht länger ihre endgültige Definition. Er war zu einem Weg geworden, der sie zu Gott und zu einer Gemeinschaft führte, in der sie sich willkommen fühlte. Außerdem begann sie, Trainingsveranstaltungen nur für Frauen zu organisieren und in einer Sportart, die Kämpferinnen wenig Bekleidungswahl lässt, mehr Zurückhaltung zu suchen.

Ihre Familie nahm die Nachricht ohne Ablehnung auf und fragte schlicht, ob sie glücklich sei. Sie erzählte auch von Geschwistern, die Fragen stellten und manche ihrer neuen Entscheidungen berücksichtigten. Diese Annahme wird nicht zur Bedingung für die Aufrichtigkeit ihrer Entscheidung gemacht, zeigt aber den Wert ruhiger Unterstützung nach der Shahada und von Menschen, die Fragen ohne Eile oder Härte beantworten.

Die genaueste Lesart ihres Weges lautet nicht, ein einziger Schlag habe sie zum Islam geführt. Eine Niederlage legte eine ältere Frage frei, Begleitung öffnete die Tür zum Wissen, Gebet verwandelte Not in Suche, und danach kamen eine öffentliche Entscheidung und langsames Lernen. Eine einzelne Erfahrung beweist keine ganze Religion, doch Leibrocks Bericht verschiebt die Frage: von „Wie bekomme ich wieder alles unter Kontrolle?“ zu „Wie lerne ich, Gott zu vertrauen und zugleich weiter zu handeln?“

Quellen

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