Yahya Rhodus: Als die Suche nach dem einen Gott zu einem Weg des Lernens wurde

Eine Suche, bevor er ihren Namen kannte
Yahya Rhodus’ Weg begann nicht mit einer fertig formulierten religiösen Frage. Am Anfang stand das wachsende Gefühl, dass in der modernen Lebensweise etwas Grundlegendes nicht stimmte. Soziales Bewusstsein, die Aufmerksamkeit für die Kämpfe von Menschen außerhalb der USA und die Offenheit gegenüber anderen Kulturen erweiterten seinen Horizont. Rückblickend sagte er, er habe gesucht, bevor er überhaupt wusste, dass er suchte.
Er war christlich erzogen worden, konnte aber die Erbsünde und die Dreieinigkeit in seinem damaligen Verständnis nicht annehmen. Zugleich glaubte er an den einen Gott und achtete Jesus als Propheten. Über den Islam wusste er fast nichts. Seine frühere Haltung war daher weniger ausgearbeitete Feindschaft als eine Leerstelle, die auf unmittelbare Kenntnis wartete.
Als die Fragen dem Tawhid begegneten
Er betrat eine Moschee, hörte eine Predigt, begegnete der muslimischen Gemeinschaft und las einige Broschüren. Diese einfachen Kontakte trafen auf Fragen, die sich bereits in ihm gebildet hatten. Er sagte, im Islam habe sich das zusammengefügt, wonach er unbewusst gesucht hatte; noch vor dem formellen Glaubensbekenntnis sei ihm die Wahrheit seiner Lehre klar geworden.
Ein enger Freund hatte den Islam eine Woche zuvor angenommen. Während Rhodus seine eigene Entscheidung vorbereitete, wollte er Dinge zurücklassen, die für ihn nicht zum neuen Leben gehörten. Am Vortag rief er einen weiteren Freund an und erklärte, frühere Gewohnheiten könnten nicht fortgesetzt werden. Der Freund berichtete von einem Traum; er wird hier nur als persönliche Erfahrung bewahrt, nicht als Beweis für den Islam.
Eine Entscheidung an einem Freitag
In einem öffentlichen Vortrag, dessen Mitschrift 2014 erschien, erklärte Rhodus, er sei am 13. September 1996 in der MCA-Moschee in Anwesenheit von Mustafa Shaheed Muslim geworden. Das Originalinterview von 2017 bestätigt unabhängig, dass die Erklärung an einem Freitag nach dem Anruf am Vortag geschah, wiederholt aber weder das Datum noch den Wortlaut der Schahada. Eine fehlende Zeremonie oder ein Dialog werden nicht rekonstruiert.
Nach dem Glaubensbekenntnis beschrieb er, eine Last weltlicher Sorgen sei von seinen Schultern genommen worden. Das bleibt seine persönliche Beschreibung dieses Augenblicks. Bei derselben Zusammenkunft traf er einen Gastlehrer aus Mauretanien und erhielt eine Einladung dorthin. Das Bekenntnis war nicht das Ende der Geschichte; es öffnete eine neue Frage: Wie sollte er die Religion lernen, für die er sich entschieden hatte?
Vom Neubeginn zu einem Weg des Lernens
Wenige Monate später schloss er sich einem Lernkreis an. Ein Text, der Glauben, Gottesdienst und innere Bildung verband, weckte in ihm eine Freude am Lernen, die er aus der gewöhnlichen Schule nicht kannte. Obwohl seine Mutter ihn gebeten hatte, die Universität nicht zu verlassen, wuchs sein Wissensdrang. Im Sommer 1997, innerhalb eines Jahres nach seiner Konversion, besuchte er Mauretanien, vertiefte später sein Arabisch in Syrien und kehrte zum weiteren Studium zurück.
Später sprach er über die Schwierigkeit, nach Jahren in ganz anderen Lernumgebungen in den Westen zurückzukehren, und über den Bedarf an tragfähigen Bildungsinstitutionen. Seine Geschichte macht das menschliche Vorbild nicht selbst zum Beweis. Sie zeigt vielmehr, was geschehen kann, wenn ein Suchender den Islam aus seinen Quellen kennenlernt und die Klarheit über den einen Gott zu einem langen Weg des Lernens und der Verantwortung wird.
