Deddy Corbuzier: Wenn die schwierigste Frage lautet: Von wem soll ich lernen?

Wo beginnt die Suche, wenn so viele Stimmen beanspruchen, für eine Religion zu sprechen? Monate vor seinem Übertritt zum Islam stellte der indonesische Moderator Deddy Corbuzier diese Schwierigkeit öffentlich zur Sprache: Wenn er den Islam kennenlernen wollte, wer sollte ihn unterrichten? [1]
Ab Oktober 2018 führte er eine Reihe gefilmter Gespräche mit dem indonesischen Prediger Gus Miftah, dessen Name Miftah Maulana Habiburrahman lautet. Sie sprachen über Religion und Politik, den Respekt vor anderen Überzeugungen, gute Taten und die Verantwortung religiöser Redner. Mit den weiteren Begegnungen rückten die Fragen näher an eine Entscheidung über Deddys eigenes Leben. [1]
Als er im Januar 2019 auf Gerüchte über einen Übertritt angesprochen wurde, wollte er wissen, wer ihm unter den vielen religiösen Autoritäten den Islam richtig erklären könne. Im April stand über einem Gespräch bereits die direktere Frage, warum er Muslim werden sollte. Seinem Glaubensbekenntnis gingen Monate des Gesprächs und Lernens voraus. [1]
Deddy sagte, Gespräche ohne Druck hätten sein bisheriges Bild vom Islam als einer harten Religion verändert; Gus Miftahs Umgang widersprach diesem Bild. [5]
In diesen Gesprächen betonte Gus Miftah, die Einladung zum Glauben solle Gott groß machen, nicht den Prediger. Damit führt Deddys Frage zu einer allgemeineren: Wie kann ein Lehrer helfen, eine Religion zu verstehen, ohne dass Bewunderung für ihn die Auseinandersetzung mit dem Glauben ersetzt? Vertrauen kann Fragen ermöglichen; lernen, verstehen und entscheiden muss der Suchende weiterhin selbst. [1]
Am Freitag, dem 21. Juni 2019, nach dem Freitagsgebet im islamischen Internat Ora Aji in Sleman, Yogyakarta, sprach Deddy vor Betenden und Schülern die beiden Glaubenszeugnisse nach Gus Miftah. Er erklärte, niemand habe ihn gezwungen, und er habe sich ungefähr acht Monate mit dem Islam beschäftigt. [2][3]
Er führte seinen Übertritt auf Gottes Rechtleitung zurück, verneinte eine Heiratsabsicht als Motiv und behielt seine tiefsten Gründe zwischen sich und Gott. [4]
Zu Beginn seines muslimischen Lebens fiel ihm das Auswendiglernen von Bittgebeten schwer; er erklärte dies mit fehlender Gewöhnung und erwartete Fortschritte. [6]
Gus Miftah zufolge zeigte er Deddy die Gebetsbewegungen und die rituelle Waschung praktisch, bevor Deddy bei Ma’ruf Amin am Gemeinschaftsgebet teilnahm. [7]
Aus der Frage nach dem richtigen Lehrer wurde nun auch das tägliche Lernen der religiösen Praxis. Monate des Gesprächs machten nicht jedes Detail sofort vertraut, und das Glaubensbekenntnis beendete das Lernen nicht. Für Menschen, die heute viele Stimmen hören, bleibt eine hilfreiche Frage: Wer nimmt deine aufrichtigen Fragen an und begleitet dich geduldig vom Verstehen zum Handeln?
