Nataliia Chystiakova: Eine Suche nach Wahrheit, die sich im Sport bewähren musste

Nataliia Chystiakova wuchs in der Ukraine auf und wurde internationale Judoka. Sie sagte, sie habe das Christentum nicht praktiziert; ihre Verbindung dazu habe hauptsächlich darin bestanden, familiären Traditionen zu folgen. Eine frühere Feindseligkeit gegenüber dem Islam schilderte sie nicht. Stattdessen erinnerte sie sich an eine beharrliche Frage: Wie wurde die Welt erschaffen, und wo war die Wahrheit zu finden, nach der sie lange suchte?
Den Islam lernte sie zunächst durch Bekannte kennen, anschließend las sie im Internet. Früh erkannte sie, dass sich dort verlässliche Informationen mit Irreführendem mischen, und behandelte deshalb nicht jeden Fund als Beleg. Als entscheidenden Faktor nannte sie ihre lange Suche nach Wahrheit und die Überzeugung, sie im Islam gefunden zu haben; Bekannte und Lektüre waren unterstützende Wege zu dieser Entscheidung.
Das Interview nennt den Tag ihrer Schahada nicht. Es belegt jedoch, dass sie den Islam gewählt hatte, bevor sie dies anderen mitteilte, und Ende März 2022 während eines Aufenthalts der Nationalmannschaft in der Türkei erstmals vor dem Team Hijab trug. Vorsichtig formuliert war sie zu diesem Zeitpunkt bereits Muslimin. Das Datum des öffentlichen Schritts und des Hijabs darf nicht in einen erfundenen Schahada-Tag verwandelt werden. Sie bestritt außerdem ausdrücklich, sich wegen eines muslimischen Mannes entschieden zu haben.
Der Übergang hatte reale Kosten. Einige ihr nahestehende Menschen hätten die Entscheidung nicht angenommen; die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft habe ihr die Phase erleichtert. Im Sport zwangen Regeln gegen Kopfbedeckungen sie gelegentlich, den Hijab im Wettkampf abzunehmen, was nach ihrer Aussage die Konzentration störte. Im Interview von 2023 sagte sie, die Trainer hätten ihr das Training mit Hijab nicht verboten; sie selbst habe ihn mit Klebeband gegen das Verrutschen befestigt. Halal-Essen zu finden und im Ramadan zu trainieren sei schwierig gewesen; das Team habe Verständnis für ihre Gebetszeiten gehabt. Ihre spätere Wettkampfpause hing auch mit Verletzungen nach sechzehn Jahren Judo zusammen und darf nicht auf den Hijab verkürzt werden. [N1]
Der Bericht bietet drei klar begrenzte Lehren: Onlinequellen prüfen, äußere Kleidung nicht mit dem Datum des Glaubens gleichsetzen und eine unterstützende Gemeinschaft schätzen, die die freie Entscheidung nicht aufhebt. Ebenso wichtig sind die Grenzen: Tag und Zeugen der Schahada sind unveröffentlicht, und ihre Erfahrung mit Judoregeln lässt sich nicht auf alle Sportarten oder Länder übertragen. Die Geschichte berührt MDI-Q-0011, MDI-Q-0005 und MDI-Q-0069, ist aber keine fachlich bestätigte Antwort darauf.
