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Marcell Siahaan: Ein Weg, der vor der Bekanntgabe begann

Ein geschlossener Koran auf einem Teppich in warmem Licht
Bild: Qur’an still life — Malik Shibly / Unsplash (Unsplash-Lizenz).

Marcell Siahaans Interesse am Glauben begann lange vor den öffentlichen Fragen zu seinem Übertritt. Als Kind sah er Sendungen über unterschiedliche Religionen, hörte Koranrezitationswettbewerbe und beobachtete betende Menschen. Er suchte eine Verbindung zu Gott, nicht bloß eine öffentlich sichtbare Zugehörigkeit.

Sein Weg führte über das Christentum und den Buddhismus zum Islam. Im Gespräch mit Daniel Mananta 2021 beschrieb er den Wunsch, Unbekanntes zu verstehen, statt sich davor zu fürchten. Er hörte zu, beobachtete Menschen beim Leben ihres Glaubens und suchte weiter nach Sinn und Ruhe.

Seine Frau Rima Melati Adams begleitete ihn dabei. Der Zusammenhalt ihrer muslimischen Familie in Singapur und Malaysia fiel ihm auf; im Zusammensein lernte er hinzu. Später schilderte er Rimas Unterstützung als beständig. Diesen Einfluss benannte er selbst als Teil seines Weges.

Als er 2021 öffentlich darüber sprach, hielten manche den bevorstehenden Ramadan für seinen ersten. Im direkten Interview mit kumparan stellte er jedoch klar, dass er erstmals 2012 gefastet hatte. Die öffentliche Erzählung folgte auf Jahre der Praxis. Über Persönliches sprach er gewöhnlich erst, wenn man ihn danach fragte.

Seine Entscheidung für den Islam erklärte er mit innerer Zufriedenheit und der Möglichkeit, anderen zu nutzen. Glaube blieb für ihn nicht ausschließlich ein inneres Erlebnis. Er sprach auch über Verantwortung in der Familie und darüber, für sein Umfeld hilfreich zu sein. Überzeugungen betrafen somit Beziehungen und Pflichten.

Während der Pandemie dachte er darüber nach, sich Gott anzuvertrauen und Unkontrollierbares anzunehmen. Das war ein lange gesuchter Weg, keine nach eigener Aussage bereits vollendete Leistung. Seine Erzählung umfasst daher fortgesetztes Lernen und die Unterstützung seiner Frau statt nur eines einzelnen Wendepunkts.

Diese Erfahrung zeigt, dass das Datum einer Nachricht nicht unbedingt den Beginn eines Glaubens markiert. Einer plötzlich wirkenden Bekanntgabe kann eine lange persönliche Suche vorausgehen. Lassen wir Menschen Raum, in Ruhe zu lernen, und achten wir auf ihren Weg über den öffentlichen Augenblick hinaus?

Quellen

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