Danny Thompson: Als die Suche zur Bestätigung wurde

Danny Thompson war vor allem für den Klang seines Kontrabasses bekannt, der Pentangle und zahlreiche britische Musiker begleitete. Er wurde 1939 geboren, verlor seinen Vater im Krieg und wuchs bei seiner Mutter auf. Mit etwa fünfzehn Jahren verließ er Schule und Elternhaus und machte die Musik früh zu seinem Beruf; daraus entstand ein langer Weg durch Jazz, Blues und Folk.
Hinter dieser musikalischen Laufbahn blieben religiöse Fragen offen. In einem Radiointerview von 2007 sagte Thompson, er sei streng katholisch erzogen worden, habe jedoch immer wieder Fragen zur Religion gestellt, ohne überzeugende Antworten zu erhalten. Später befasste er sich mit Taoismus und Buddhismus – nicht, wie er betonte, aus verzweifelter Suche nach einem Rettungsanker, sondern als Teil seines Versuchs, die Wahrheit zu finden.
Thompson schilderte weder eine dramatische Szene noch ein einziges Gespräch, das sein Leben verändert hätte. Klar benannte er vielmehr das Lesen. Er sagte, durch die Lektüre des Korans sei ihm die Wahrheit deutlich geworden, und im Islam habe er eine unmittelbare Beziehung zwischen Mensch und Gott gefunden. Deshalb wollte er nicht auf die Bezeichnung „britischer Muslim“ festgelegt werden; er sagte lieber schlicht, er sei Muslim.
Er nahm 1990 den Islam an und den Namen Hamza, wie der Nachruf im Guardian festhält. Dasselbe Jahr nennt die Biografie im erhaltenen Programm der Sunshine-Boys-Tour mit John Martyn. Seine Suche führte von einer katholischen Erziehung über andere Traditionen zum Koran, dessen Lektüre ihm nach eigener Aussage Klarheit für seine Entscheidung gab. [4.1] [4.2] [4.3]
Hamza spielte weiter Musik. Auf die Frage nach dieser Entscheidung äußerte er seine persönliche Auffassung, der Übertritt zum Islam verlange nicht, die Musik aufzugeben. Diese Geschichte berichtet seine Position als solche; sie ist weder eine Fatwa von Madarej noch eine Entscheidung in einer rechtsgelehrten Streitfrage. Zudem hatte er bereits Ende der 1970er Jahre mit dem Alkohol aufgehört, lange vor seinem Übertritt. Aus der zeitlichen Abfolge darf daher keine von ihm nie behauptete religiöse Ursache gemacht werden.
1999 trat er in der BBC-Reihe Faces of Islam auf und sprach über seinen Übertritt. Im Jahr 2000 präsentierte er The Furthest Mosque, eine Sendung, die ihn laut der zeitgenössischen Tourbiografie durch Jerusalem begleitete. So erzählte er von seiner Entscheidung auch einem Publikum jenseits derer, die ihn als Bassisten kannten, während er weiter aufnahm und mit anderen Musikern arbeitete. [6]
Danny Thompson starb am 23. September 2025. Im aufgezeichneten Zeugnis von 2007 blieb die Suche der Mittelpunkt: religiöse Fragen seit seiner Kindheit, Beschäftigung mit Taoismus und Buddhismus, dann der Koran und eine Wahrheit, die ihm nach eigener Beschreibung deutlich wurde. So erklärte er die Entscheidung von 1990 und den Namen, den er danach trug: Hamza. [7.1] [7.2]
Quellen
- Danny Thompson — ABC Radio National — The Music Show — 2007-02-23
- Danny Thompson obituary — The Guardian — 2025-09-29
- John Hillarby — The Sunshine Boys Tour, Danny Thompson biography, April 2001
