Theresa Corbin: Fragen, die sich nicht zum Schweigen bringen ließen

Theresa Corbin wuchs in einem Elternhaus auf, das von einer gläubigen katholischen Mutter und einem agnostischen Vater geprägt war. Die katholische Schule vermittelte ihr eine ernsthafte religiöse Sprache, machte übernommene Antworten jedoch nicht unantastbar. Mit etwa fünfzehn begann sie nach einer Messe, über das Wesen Jesu nachzudenken. Aufforderungen, nicht so viel zu fragen, lösten das Problem nicht; die Frage blieb offen und begleitete sie bis an die Universität.
Dort weitete sich ein Vergleich christlicher Konfessionen auf die Prüfung von Schriften, Geschichte, Lehre und anderen Religionen aus. Corbin beschreibt Jahre des Denkens, Streitens, Leugnens und Suchens – kein plötzliches Wunder und keinen Handel im Zusammenhang mit einer Ehe. Ein späterer Ich-Bericht spricht von vier Jahren Religionsstudium; eine andere Rückschau von ungefähr drei Jahren, in denen sie die Entscheidung und ihre Folgen abwog. Das sind unterschiedlich gefasste Schätzungen innerhalb eines langen Prozesses, keine Daten, die künstlich vereinheitlicht werden müssen.
Die Konversion ihrer Mitbewohnerin war wichtig, weil sie die Fragen in wiederkehrende, unmittelbare Gespräche brachte. Corbin fragte nach dem Monotheismus, den Propheten, Frauenrechten, bescheidener Kleidung, dem Koran und der Überlieferung religiösen Wissens. Sie traf weitere muslimische Frauen und las selbst. Freundschaft ersetzte keine Belege; sie schuf einen Raum, in dem Behauptungen geprüft und mit dem Leben bekannter Menschen verglichen werden konnten.
Corbin schreibt, dass die Überzeugung vor dem öffentlichen Bekenntnis kam. Sie glaubte bereits an den einen Gott, die Propheten, Offenbarung, Gericht und göttlichen Willen, fürchtete aber, mit dem Islam ihre Kultur aufgeben und Spott ertragen zu müssen. Nach den Anschlägen vom September 2001 verschwanden diese Ängste nicht. Muslime gegen pauschale Beschuldigungen zu verteidigen zwang sie, den Abstand zwischen ihrer Überzeugung und ihrer Bereitschaft zum Bekenntnis anzusehen. Die Anschläge bildeten einen Kontext, nicht den Ursprung einer Jahre zuvor begonnenen Suche.
Im November 2001 nahm sie im Alter von einundzwanzig Jahren in Baton Rouge den Islam an. Eine andere Fassung ihres Berichts sagt, sie habe das Glaubenszeugnis am ersten Tag des Ramadan 2001 gesprochen; die verfügbaren Quellen bestätigen jedoch keinen entsprechenden gregorianischen Tag unabhängig. Das sichere öffentliche Datum bleibt daher November 2001. Ein verifizierter Ort, Zeugen oder eine Zeremonie werden ebenfalls nicht genannt, weshalb hier keine Szene rekonstruiert wird.
Ihre späteren Texte halten fest, dass mit der Entscheidung das Lernen nicht endete. Die Familie sorgte sich um ihre Sicherheit, und sichtbares muslimisches Leben nach dem 11. September brachte Isolation und Missverständnisse. Später schrieb sie, der Islam verlange nicht, jeden legitimen Teil amerikanischer Kultur auszulöschen, und neue Muslime müssten Quellen prüfen sowie Religion von den Gewohnheiten und dem Verhalten von Muslimen unterscheiden. Das sind datierte öffentliche Rückblicke, keine Grundlage für Annahmen über ihren heutigen privaten Glauben oder ihre Praxis.
Ihre Geschichte hinterlässt drei hilfreiche Fragen. Wie lässt sich geerbter Glaube prüfen, ohne die eigene Familie zu verachten? Müssen alle Fragen verschwinden, bevor eine verantwortliche Bindung möglich ist? Wie kann ein neuer Muslim eine Kultur bewahren, die dem Glauben nicht widerspricht? Corbins Weg zeigt, dass ehrliche Suche Jahre dauern kann, dass Freundschaft eine Tür öffnet, ohne Studium zu ersetzen, und dass eine freie Entscheidung geduldiges Lernen sowie eine Gemeinschaft braucht, die Offenbarung und Brauch unterscheiden kann.
Quellen
- Islamwich — I Bear Witness: How I Came to Islam, Part 1, first-person account
- Islamwich — I Bear Witness: How I Came to Islam, Part 2, first-person account
- KhutbahBank — republication of Theresa Corbin’s CNN first-person essay
- MuslimMatters — 7 Things I Didn’t Expect When I Converted to Islam, first-person reflection
- Montclair State University — institutional profile and publication record
