Abel Xavier: Von Istanbul zur öffentlichen Glaubenserklärung

Die Geschichte des portugiesischen Fußballers Abel Xavier begann nicht erst am Tag einer Pressekonferenz. Als er im Dezember 2009 seinen Rücktritt und seine Entscheidung für den Islam öffentlich bekanntgab, beschrieb er einen Weg, der sich nach seiner eigenen Darstellung über Jahre durch Lernen und das Leben in der Nähe muslimischer Gemeinschaften entwickelt hatte.
Xavier wurde in Mosambik geboren und wuchs in einem katholischen Umfeld auf. Der Islam war in seiner Kindheitsregion nicht völlig unbekannt. Später unterschied er jedoch zwischen dem Wissen, dass eine Religion existiert, und der unmittelbaren Begegnung mit ihr im Alltag. Eine wichtige Phase begann in der Saison 2002/03 bei Galatasaray und während seines Lebens in Istanbul, wo Gebetsruf und muslimische Alltagspraxis zu seiner Umgebung gehörten.
In einem datierten Interview von 2022 sagte er, die Zeit in Istanbul habe seinen Blick auf den Islam verändert. Nicht jedes arabische Wort des Gebetsrufs sei ihm verständlich gewesen, doch er verband dessen Klang mit Ruhe. Auch nach der Türkei blieb der Kontakt zu muslimischen Gesellschaften bestehen, darunter längere Aufenthalte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Beziehungen, die weiteres Beobachten, Fragen und Teilen ermöglichten.
Zeitgenössische portugiesische Berichte verorten die öffentliche Entscheidung am Ende seiner Spielerkarriere. Am 22. Dezember 2009 wurde berichtet, das Lernen sei schrittweise erfolgt und die Entscheidung erst nach längerer Kenntnis und Erfahrung gefallen. Bei der von Fernsehsendern am Golf übertragenen Pressekonferenz erschien er mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaft von Ras al-Chaima und sprach von einer neuen Phase mit humanitärer Arbeit.
Mehrere Berichte verbanden den Namen Faisal in unterschiedlichen Schreibweisen mit der Erklärung. Deshalb verwendet der Titel weiterhin den eindeutig belegten öffentlichen Namen Abel Xavier. Vor allem dokumentieren die Quellen eine öffentliche Bekanntgabe, nicht jedoch den privaten Tag, die Worte, den Ort oder die Zeugen seiner Schahada. Das Datum der Berichterstattung darf nicht zu einem unbelegten Zeremoniedatum gemacht werden.
Im späteren Interview beschrieb Xavier den Islam als veränderte Perspektive, die seine Person nicht ausgelöscht habe. Das ist eine datierte persönliche Aussage, kein Versprechen für andere und kein Beleg für seinen privaten heutigen Zustand. Sicher dokumentiert ist ein Weg, der in Istanbul Gestalt annahm, sich durch gelebte Kontakte vertiefte und mit seinem Rücktritt im Dezember 2009 öffentlich wurde.
