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Baba Ali: Als die Krankheit seines Vaters die Frage nach der Wahrheit dringlich machte

Ein geschlossener Koran auf einem Teppich im warmen Licht
Malik Shibly / Unsplash — source · license.

Ali Ardekani, später als Baba Ali bekannt, berichtet, in einem säkularen Elternhaus ohne ausgeübte Religion aufgewachsen zu sein. Schulischer Erfolg war wichtig, während das Jenseits in der alltäglichen Orientierung kaum vorkam. Mit ungefähr achtzehn begann er nach einer Erklärung für den Schöpfer und den Sinn des Lebens zu suchen. Eine Zeit lang beschäftigte er sich mit Wicca und schrieb Steinen eine hilfreiche Kraft zu. Dann kam er zu dem Schluss, dass etwas Geschaffenes, das sich nicht einmal selbst schützen könne, kein verlässlicher Halt sei, und suchte weiter nach dem Schöpfer.

Er setzte sich einen anspruchsvollen Maßstab: Wenn der Schöpfer vollkommen ist, müsse ein Weg, der wirklich von Ihm stammt, einer Prüfung standhalten. Er verglich Religionen und Schriften, fragte nach Überlieferern und Veränderungen, dachte über persönliche Verantwortung, stellvertretende Sühne und das Verhältnis von Offenbarung zu gesicherten wissenschaftlichen Tatsachen nach. Dies sind die Fragen seines eigenen Denkweges in einem datierten Zeugnis, kein umfassendes Urteil über andere Gläubige und kein Gespräch, das wörtlich rekonstruiert werden darf.

Dringlich wurde die Suche, als sein Vater einen Herzinfarkt erlitt und vor einer dreifachen Bypassoperation stand. Ardekani hatte geplant, ein Wintercamp zu besuchen, um den Islam kennenzulernen; seine Familie wollte, dass er im Krankenhaus blieb, weil sein Vater sterben könnte. Dort wurde ihm bewusst, dass der Tod nicht auf das Alter wartet. Er selbst könne vor seinem Vater sterben und die Wahrheitsfrage so lange aufschieben, bis keine Zeit mehr bleibe. Er fuhr zum Camp, obwohl er fast nichts über den Islam wusste.

Dort beeindruckte ihn zunächst die Freundschaft zwischen Menschen verschiedener Hautfarben und kultureller Hintergründe. Er verstand diese Verbindung als eine Gemeinschaft gewählter Überzeugungen statt geerbter Farbe oder Nationalität. Im weiteren Fragen verbanden sich für ihn mehrere Elemente zu einem stimmigen Bild: die Einheit Gottes, die Verantwortung jedes Menschen für seine Taten, sein Verständnis von der Bewahrung des Korans, die Vereinbarkeit mit gesicherten wissenschaftlichen Tatsachen sowie die Klarheit von Gottesdienst und Ethik.

Er sagt, er habe sich versprochen, der Wahrheit zu folgen, selbst wenn er etwas Gewünschtes aufgeben müsse. Nach seiner Überzeugung überprüfte er eine Beziehung ohne Ehe, Gewohnheiten im Freundeskreis und kulturellen Stolz. Das Interview erklärt allgemein, dass der Eintritt in den Islam durch das Glaubenszeugnis erfolgt, dokumentiert aber weder Tag, Ort und Zeugen noch den genauen Wortlaut seiner eigenen Erklärung; deshalb wird keine Zeremonie erfunden.

In der datierten Aufnahme beschreibt er Verantwortung danach als Pflichten gegenüber Ehefrau und Kindern, Achtung der Eltern und religiöse Grenzen für gewöhnliche Freizeit. Späteres öffentliches Material berichtet über Kurzfilme, Spiele und ein Eheprojekt sowie über die Notwendigkeit, den Islam von schädlichen Bräuchen mancher Muslime zu unterscheiden. Das sind datierte öffentliche Tätigkeiten und keine Grundlage für Annahmen über seinen heutigen privaten Glauben oder seine Praxis.

Sein Weg hinterlässt drei hilfreiche Fragen. Wie kann das Bewusstsein des Todes eine Suche eröffnen, ohne Angst auszunutzen? Wie lassen sich religiöse Behauptungen vergleichen, ohne dass Freundschaft Belege ersetzt? Wie wird Monotheismus zu Verantwortung in Beziehungen und Arbeit? Im Zentrum seines Rates steht: Übernommenes nicht blind befolgen, die Suche nicht aufschieben, als ließe sich auch der Tod aufschieben, und sich nicht nur auf Medienbilder verlassen.

Quellen

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