Von Vertrautheit im Viertel zu einer Entscheidung aus Überzeugung: Franck Ribérys Weg zum Islam

Der französische Fußballer Franck Ribéry schilderte seine Annäherung an den Islam nicht als einen einzigen plötzlichen Augenblick. In einem ausführlichen französischen Interview sagte er, er sei mit vielen maghrebinischen Muslimen in seinem Viertel aufgewachsen. Diese alltägliche Nähe habe ihm die Religion vertraut gemacht, bevor er über einen Übertritt nachdachte. Später aß er kein Schweinefleisch mehr, doch dies war eine Phase des Kennenlernens, keine dokumentierte Schahada.
Ribéry schrieb Mohamed Ali, seinem späteren Schwager, einen wichtigen Einfluss zu. Die Begegnung mit ihm bezeichnete er als entscheidenden Anstoß, der seine frühere Vertrautheit vertiefte; er lernte über den Islam, lernte zu beten und besuchte die Moschee. Auf demselben Weg lernte er Wahiba kennen, und die Beziehung zu ihr wurde zu einem starken Auslöser für seine Entscheidung.
Der Interviewer fragte ausdrücklich, ob jemand von ihm verlangt habe, zu konvertieren. Ribéry verneinte: Er habe es selbst und aus Überzeugung getan. Zugleich fügte er hinzu, dass er es auch für seine Frau getan habe und die Begegnung mit ihr ihn zu diesem Schritt bewegt habe. Eine getreue Darstellung bewahrt beide Seiten. Es gab keinen familiären Zwang, doch die Beziehung war auch nicht nebensächlich; persönliche Überzeugung und der Einfluss nahestehender Menschen wirkten zusammen.
Die für dieses Dossier gelesenen Quellen datieren seinen Übertritt auf 2002. Ein 2009 veröffentlichtes deutsches Originalinterview nennt dieses Jahr, ein unabhängiges Porträt im Guardian bestätigt es. Keine Quelle nennt Tag, Monat oder Ort einer Schahada; daher darf die Geschichte weder eine Zeremonie noch ein Gespräch erfinden, von dem er nicht berichtet hat.
Im FOCUS-Interview von 2009 bezeichnete Ribéry Religion als persönliche Angelegenheit in seinem Berufsleben. Er sprach davon, zu Hause oder im Hotel zu beten, wenn er Ruhe finde, und sagte, der Glaube an Gott gebe ihm Kraft auf dem Platz. 2014 erklärte er, stolz darauf zu sein, Muslim zu sein, und beschrieb einen späteren Besuch in Mekka als tief bewegend. Das sind datierte Aussagen über Praxis und Wirkung, keine Folgerung über seinen heutigen Zustand.
Der Weg verlief schrittweise: frühe Vertrautheit durch Nachbarn, kleine Veränderungen der Gewohnheiten, Anleitung durch ein nahes Vorbild, eine Beziehung, die Aufmerksamkeit zur Entscheidung führte, und schließlich eine Wahl, die er als seine eigene bezeichnete. Der Wert liegt darin, die Geschichte nicht auf einen Grund zu verkürzen. Die Ehe darf nicht ausgeblendet, aber auch nicht als vollständige Erklärung dargestellt werden, wenn sein eigenes Zeugnis sie mit Überzeugung verbindet.
