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Ali Wjatscheslaw Polosin: Als eine lange Frage zum Tawhid führte

Ein ruhiger Weg durch einen herbstlichen Wald
Foto: Johanneke Kroesbergen-Kamps · Unsplash-Lizenz

Wjatscheslaw Polosins Weg begann nicht mit einem flüchtigen Streit über seinen früheren Glauben, sondern mit einer Frage, die über Jahre wuchs: Wie ließ sich der Glaube an den einen allwissenden und allmächtigen Gott mit Mittlern und Ritualen vereinbaren, für die er keine überzeugende Erklärung fand? Nach einem Philosophiestudium und der Priesterweihe lernte er den Islam zunächst in einem Seminarfach kennen, das vor allem die orthodoxe Lehre gegenüber anderen Religionen verteidigte.

Während seines Dienstes in Zentralasien von 1983 bis 1985 begegnete er Muslimen unmittelbar. Später erinnerte er sich an einen tadschikischen Scheich, der gesagt habe, er werde Muslim werden; das bleibt eine persönliche Erinnerung, kein allgemeines Zeichen und kein Beweis. Die tiefere Bewegung entstand nach seinem eigenen Bericht durch langes Studium christlicher Geschichte, Liturgie und Lehre, geprüft am Monotheismus, den er bereits für grundlegend hielt.

Er schrieb, dass er 1995 selbst als nicht amtierender Priester nicht mehr an Gottesdiensten teilnahm, aber noch nicht wusste, wo kompromissloser Monotheismus klar ausgedrückt werde. Eine Fernsehsendung von 1996 erklärte ihm den islamischen Tawhid verständlich. Eine erste russische Koranübersetzung blieb für ihn dunkel; etwa ein Jahr später las er die Übersetzung von Iman Valeria Porokhova und befasste sich mit der islamischen Sicht auf Jesus.

Nach der Lektüre der Koranübersetzung und der Beschäftigung mit dem islamischen Verständnis von Jesus habe er nicht mehr daran gezweifelt, den Islam anzunehmen, schrieb Polosin. Sein Bericht verbindet 1998 mit dem gemeinsamen Entschluss mit seiner Frau, den Monotheismus zunächst privat vor zwei Zeugen und danach öffentlich zu bekennen. Die öffentliche Erklärung datierte er auf das Frühjahr 1999; die biografische Notiz im Buch nennt Mai 1999. [P1]

Er ergänzte seinen Namen um Ali, schrieb Bücher über seine Gründe und beteiligte sich an öffentlicher muslimischer Bildungsarbeit. Seine Schriften lösten zugleich erhebliche Kontroversen aus. Deshalb behandelt dieser Text nicht jedes historische oder theologische Urteil von ihm als geklärte Tatsache, sondern als Teil der Begründung, die er selbst für seine Wahl gab.

Seine Geschichte zeigt den Wert, einen Glauben aus seinen eigenen Quellen kennenzulernen und einer schwierigen Frage Zeit zu geben. Die Erfahrung eines Einzelnen ist jedoch kein Beweis an sich, ebenso wenig die Worte des Scheichs. Fest belegt sind ein langer Studienweg, ein ausdrücklich genannter Entscheidungsfaktor und die öffentliche Erklärung im Mai 1999.

Quellen

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