Qayyim Naoki Yamamoto: Eine Frage nach dem Glück und die ehrliche Antwort eines Lehrers

Qayyim Naoki Yamamoto begann in der Bibliothek der Doshisha-Universität in Kyoto eine Suche, ohne zu wissen, wohin sie ihn führen würde. Er war in einer protestantischen Familie aufgewachsen und las für eine Studienaufgabe über verschiedene religiöse Traditionen. Sein Bild vom Islam war damals noch weitgehend auf den Nahen Osten beschränkt.
Ein kleines Buch von Khawla Kaori mit dem Titel A Brief Introduction to God fiel ihm auf. Es beeindruckte ihn, dass darin die Einheit Gottes ohne islamische Fachbegriffe erklärt wurde. Er erfuhr, dass die Autorin mit Professor Hasan an seiner Universität verheiratet war, und bat um ein Treffen. Khawla war bereits gestorben, doch Hasan traf ihn und wurde später sein Lehrer.
Hasan stellte ihm Muslime aus Malaysia, Indonesien, England, Syrien und Ägypten vor. Yamamoto erkannte, dass ein Glaube in vielen Sprachen und Kulturen Ausdruck finden kann und dass die islamische Zivilisation weit größer war als sein bisheriges geografisches Bild.
Im Sommer seines zweiten Studienjahres reiste er mit Hasan zum Arabischlernen nach Kairo. Als sein Lehrer ihn einlud, den Islam anzunehmen, fragte Yamamoto, ob die Konversion ihn glücklich machen werde. Hasan versprach ihm kein leichtes Leben. Der Weg könne schwerer werden und Fehler, Reue und Umkehr einschließen; entscheidend sei, als Muslim zu leben und zu sterben.
Yamamoto sagte später, die Aufrichtigkeit dieser Antwort habe ihn bewegt und zu dem gepasst, was er sich durch seine Lektüre erschlossen hatte. An jenem Tag, ungefähr 2009, nahm er den Islam innerlich an, ohne dies in diesem Moment öffentlich zu erklären.
Danach wählte er Islamwissenschaften, um weiterzulernen und seine muslimische Identität zu bewahren. Seine Arbeit führte ihn zum osmanischen Sufismus und zur Übersetzung. Dabei verband er japanische Praktiken wie Tee, Kalligrafie und Manga mit ethischen und spirituellen Themen des islamischen Erbes. Auch Vorurteile begegneten ihm: Ein Freund verband seine Konversion mit Terrorismus.
Seine Geschichte vermittelt eine stille Einsicht. Die Überzeugung entstand nicht aus dem Versprechen sofortigen Glücks, sondern durch ein verständliches Buch, einen Lehrer, der Schwierigkeiten nicht verschwieg, und Begegnungen, die die kulturelle Weite muslimischen Lebens zeigten. Die Ehrlichkeit der Frage und der Antwort wurde Teil seiner Entscheidung.
